• aus dem Kopf gefischt

    Not macht erfinderisch – die Zweite

    Ich gehe spazieren. Die Sonne scheint, es ist angenehm warm, ein leichte Brise umspielt mich. Die Vögel zwitschern munter durcheinander, Bienen und Schetterlinge fliegen von Blume zu Blume, die Blätter der Bäume erstrahlen im wärmsten Grün. Eigentlich eine perfekte Gelegenheit, um das Leben zu genießen und wieder einmal so richtig abzuschalten. Eigentlich…

  • aus dem Kopf gefischt

    Not macht erfinderisch – die Erste

    Ich suche alle meine Probleme, Schwierigkeiten, Ängste, Sorgen und Belastungen zusammen – in jeder Ecke, hinter den Kissen, in den Töpfen, unterm Sofa. Alles, was ich finden kann, werfe ich übereinander, sodass ein beachtlicher Haufen entsteht. Dann falte ich alles schön sorgfältig zusammen, möglichst platzsparend, und staple und stopfe es in die größte Reisetasche, die mein Keller hergibt. Und nun auf zur Bushaltestelle!

  • aus dem Kopf gefischt

    Notiz am Rande

    Es ist an der Zeit für etwas Neues. Abwechslung, Veränderung, Wandel. Gewohnheit ist schön und gut, aber eben auch nur in Maßen. Dem Trott entfliehen, bisher Gewesenes überdenken, alte Muster hinterfragen, Neues erfinden, andere Wege ausprobieren, träumen. Wer weiß schon, was da draußen noch alles auf mich wartet?

  • aus dem Kopf gefischt

    nachgeschlagen

    Erst nach zwei Tagen wird mir die Ruhe allmählich bewusst; erst dann fange ich an, die Stille so richtig zu hören. Sie ist tief und weit und scheint sich dem Universum gleich täglich weiter auszudehnen. Sie nimmt mich in sich auf, nimmt mich ein und nimmt mich mit. Auf eine Reise tief ins Innere. Eine Reise in die Stille.

  • aus dem Kopf gefischt

    Von Oberflächenbekanntschaften

    Immer wieder mal erscheint es mir sinnvoller, bestimmte Personen nicht näher kennenzulernen. Manchmal ist der erste Eindruck, den ein Mensch auf mich macht, besser als der zweite, dritte und vierte – selbst falls er tatsächlich trügen sollte. Es können ein spezieller Lichteinfall oder eine einzige Geste reichen, damit mir jemand ins Auge fällt. So eine winzige Kleinigkeit, doch plötzlich bin ich fasziniert an dieser Person, ich „finde etwas an ihr“. Schon beim zweiten Hinsehen kann sich all das in Luft auflösen. Nicht alles ist wie es scheint, und nicht alles, was glänzt ist aus Gold.

  • aus dem Kopf gefischt

    mein erster Sonnengruß

    Zu behaupten, Yoga sei heute ein Trend, wäre eine glatte Untertreibung. Es scheint längst zur „guten Bildung“ zu gehören, dass man sich unter Begriffen wie „der herabschauende Hund“, „Asana“ und „Kuh-Katze“ etwas vorstellen kann – zumindest in gewissen Kreisen. Und warum auch nicht? Der Mensch ist ja bekanntlich ein Gewohnheitstier. Erst neulich wurde mir wieder gesagt, dass rund 90 Prozent der täglichen Abläufe im Gehirn unbewusst geschehen. Dass diese Tatsache durchaus unser Leben leichter und uns selbst überlebensfähig macht, will ich gar nicht bestreiten. Aber zu viel an Routine, zu viel an Monotonie tut auch nicht gut.

  • aus dem Kopf gefischt

    von „sagenhaft versagt“ zu „sagenhaft glücklich“ – in fünf Tagen

    Ich, am Morgen vor fünf Tagen: Ich wache auf und merke bereits innerhalb der ersten paar Sekunden dieses neuen Tages, dass er schon da einer der schlimmsten meines Lebens ist. Ich fühle mich einfach nur furchtbar. Ich bin müde und erschöpft und ausgelaugt (,obwohl ich erst aufgewacht bin); ich fühle mich uralt und verlassen und hilflos. Es kommt mir so vor, als werde ich unter einem ganzen Berg von „Problemen“ erdrückt. Es gibt rein gar nichts, was mich jetzt noch motivieren würde, das Bett zu verlassen. Es geht mir miserabelst. Knapp eine halbe Stunde später kommt mir plötzlich ein Gedanke, der Vieles verändern wird für mich: „Ich bin ein totaler…

  • aus dem Kopf gefischt

    Das mit der „Bestimmung“ ist so eine Sache…

    Ich sitze nun seit fünf Tagen zuhause, hustend, niesend und nach Luft ringend. Mit jeder Stunde, in der ich nicht nach draußen in die Frühlingsluft und in den Sonnenschein darf, tue ich mir selbst mehr leid. Ich bin unruhig und ungeduldig, nervös, zappelig und ich kann mich nicht erinnern, wann ich mich das letzte Mal so gelangweilt habe. Ich komme mir vor wie ein Vogel im Käfig. Ein ziemlich erbärmlicher Vogel, denn ich singe nicht. Nicht einmal so sehr, weil ich es nicht könnte; das wäre ja eine ganz legitime Ausrede. Ich aber, ich bin ganz einfach zu bequem. Ich benutze gerne die Entschuldigung, dass ich „nicht in Stimmung sei“…