Von Oberflächenbekanntschaften

Immer wieder mal erscheint es mir sinnvoller, bestimmte Personen nicht näher kennenzulernen. Manchmal ist der erste Eindruck, den ein Mensch auf mich macht, besser als der zweite, dritte und vierte – selbst falls er tatsächlich trügen sollte.

Es können ein spezieller Lichteinfall oder eine einzige Geste reichen, damit mir jemand ins Auge fällt. So eine winzige Kleinigkeit, doch plötzlich bin ich fasziniert an dieser Person, ich „finde etwas an ihr“.

Schon beim zweiten Hinsehen kann sich all das in Luft auflösen. Nicht alles ist wie es scheint, und nicht alles, was glänzt ist aus Gold. Weiterlesen

mein erster Sonnengruß

Zu behaupten, Yoga sei heute ein Trend, wäre eine glatte Untertreibung. Es scheint längst zur „guten Bildung“ zu gehören, dass man sich unter Begriffen wie „der herabschauende Hund“, „Asana“ und „Kuh-Katze“ etwas vorstellen kann – zumindest in gewissen Kreisen.

Und warum auch nicht? Der Mensch ist ja bekanntlich ein Gewohnheitstier. Erst neulich wurde mir wieder gesagt, dass rund 90 Prozent der täglichen Abläufe im Gehirn unbewusst geschehen. Dass diese Tatsache durchaus unser Leben leichter und uns selbst überlebensfähig macht, will ich gar nicht bestreiten. Aber zu viel an Routine, zu viel an Monotonie tut auch nicht gut. Weiterlesen

ein guter Morgen

Aufwachen zum Zwitschern der Vögel. Wach sein, lächeln. Meditieren – in sich selbst ruhen. Das Fenster öffnen, den Kopf hinausstecken, die frische Morgenluft einatmen – sich lebendig fühlen. Beim Frühstück die Sonnenstrahlen genießen, ohne Stress und Diskussionen. In aller Ruhe duschen – Verspannungen lösen, die Lebensgeister wecken. Zu Madcons „Beggin“ in Unterwäsche durch die Wohnung tanzen. Nicht denken, nur spüren und tun. Mit dem eigenen Spiegelbild flirten. Die Haustür öffnen und die Sonne grüßen. Die frische Luft einatmen, den Vögeln lauschen. Lächeln.

von „sagenhaft versagt“ zu „sagenhaft glücklich“ – in fünf Tagen

Ich, am Morgen vor fünf Tagen: Ich wache auf und merke bereits innerhalb der ersten paar Sekunden dieses neuen Tages, dass er schon da einer der schlimmsten meines Lebens ist. Ich fühle mich einfach nur furchtbar. Ich bin müde und erschöpft und ausgelaugt (,obwohl ich erst aufgewacht bin); ich fühle mich uralt und verlassen und hilflos. Es kommt mir so vor, als werde ich unter einem ganzen Berg von „Problemen“ erdrückt. Es gibt rein gar nichts, was mich jetzt noch motivieren würde, das Bett zu verlassen. Es geht mir miserabelst.

Knapp eine halbe Stunde später kommt mir plötzlich ein Gedanke, der Vieles verändern wird für mich: „Ich bin ein totaler Versager. Ich habe ganz einfach sagenhaft versagt.“ Von da an fühle ich mich auf einmal besser. Weiterlesen