Lyrik

(un)sichtbar

„Lasst euch
nicht täuschen
von dem
was ihr seht;
schaut genau hin,
genauer
als bisher
und nicht so
gewöhnlich“,
bittet
nein, beschwört er
sie
und appelliert damit
an eine Güte,
die unbekannt,
eine Geduld,
die nicht vorhanden,
und ein Einfühlungsvermögen,
das plötzlich
wie ein Fremdwort ist

Somit
wird er
also
erfolgreich
überhört
ein weit’res Mal
das vielleicht
das eine Mal
zu viel ist,
endlich
die Grenze
überschreitet
und ihm
den „Gnadenstoß“ versetzt
denn der Abgrund
ist nicht mehr
weit
und der Absturz
nur mehr
eine Frage
der Zeit
wie es scheint
sicherlich

Sie aber
kümmert es nicht
ob er taumelt
und wie
oder aus welchem Grund,
ja sie sehen es
nicht einmal
diese verdammten Idioten!
Wie gerne
würde er
sie hassen dafür
aber dann
bliebe
ihm gar nichts mehr
– wobei,
Moment,
was hat er jetzt
schon?

Was gäb‘ er
grad
wenn jemand wüsste
so richtig
verstünde und fühlte
wie tapfer
tatsächlich
er ist
und
welche Kämpfe
auszufechten
er hat
Wenn sich irgendjemand fände
der hineinschauen könnte
in ihn
und sähe
deutlich
begreifen würde
was es heißt

Denn sicher ist:
Zu viele
kleine
große
Wunder
und Heldentaten
oder Momente
einfach nur
geschehen
ungesehen
ohne Zeugen
als ob sie’s nie
gegeben hätt‘
Und es bleiben
zu viele
Geschichten unerzählt
Worte ungesagt
und ungehört
und
zu viel Leiden
unbemerkt

Aber was kann
einer wie er
schon
dagegen tun?
Wie sichtbar machen
was eigentlich
nicht einmal
verborgen ist
für all jene
die nur wollen,
wollen müssten?
Genügt es denn
sich selbst
zu ändern
dafür
oder nicht?

Er ist
so müde
so erschöpft
und bald
werden ihm
die Gründe
ausgehen
fehlen
komplett
und das
wird’s dann
gewesen sein
nur
weil niemand
sich die Mühe machte
genauer hinzusehn
– ein Leben
lang
und
ganz
vollständig
unsichtbar

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