aus dem Kopf gefischt

von der Schwierigkeit, sich auf ein einziges Wort festzulegen

Es gibt so viele Möglichkeiten. Ja, das deutsche Alphabet hat nur 26 Buchstaben, aber die deusche Sprache zählt schätzungsweise 5,3 Millionen Wörter. Und das sind nur die „offiziellen“; die, die man in einem Buch nachschlagen kann. Dazu kommen noch die Neologismen, Wortneuschöpfungen, die in was weiß ich welchem Takt entstehen. Unbegrenzte Möglichkeiten… ich würde sagen, das erhöht die Zahl der Wörter ins Unendliche. Und das dann noch mal 6.500 bzw. 7.000, denn so viele Sprachen gibt es ungefähr auf dieser Welt. Wenn man dann noch bedenkt, dass es „da draußen“ auch noch andere „Welten gibt“… Ich rede hier nicht „nur“ vom gesamten Universum; schon allein auf dieser Erde gibt es Kommunikationssysteme, die wir in unserem Mensch-Sein leider selten als „vollwertig“ einstufen: Was ist mit den Sprachen der Tiere und Pflanzen? Und wer sagt, dass nicht auch Steine im Stillen miteinander kommunizieren?

Worauf ich hinauswill: Es gibt keine Grenze in der Wörteranzahl; es sind so viele, unendlich viele, dass wir Menschen uns das nicht einmal vorstellen können. Wie also aus dieser Unendlichkeit ein einziges Element auswählen? Wie sich auf ein einziges Wort festlegen, wie genau das „richtige“ finden? Es ist so, als müsste man sich für einen einzigen Stern entscheiden – sie sind alle irgendwie gleich und doch so unterschiedlich.

Ich sehe mein Schreiben als einen wesentlichen Teil meiner Selbst an; ein Stück meiner Seele, das mir sehr am Herzen liegt. Für etwas so Zentrales, so Intimes, ja so Lebenswichtiges eine Bezeichnung, einen „Titel“ zu finden, ein Wort, das es perfekt summiert, erschien mir zunächst als Ding der Unmöglichkeit.

Ich habe mir den Kopf zerbrochen, habe Wörterbücher gewälzt und die alten Meister befragt. Bis mir irgendwann klar wurde, dass nur ein vor mir selbst geschaffenes Wort dieser Sache gerecht werden kann. Also habe ich versucht, stillzuhalten und zu lauschen, auf das richtige Wort zu warten. Vergeblich. Und genau das hatte ich auch erwartet. Denn wie realistisch ist es schon, dass etwas Unmögliches möglich wird?

Doch ein Happy End taucht oft gerade dann auf, wenn man es am wenigsten erwartet. Und so ist es auch mit der Inspiration.

Ob nun ich das Wort oder doch das Wort mich gewählt hat, spielt keine Rolle mehr für mich. Denn dass eine ganz eigene Magie dafür verantwortlich ist, fühle ich schon lange. Eine Magie, die mich immer wieder staunen und ehrfürchtig innehalten lässt. Eine Magie, die mir – ähnlich einem eigenen, ganz persönlichen Zauberspruch – ein Wort zugeflüstert hat:

mondzart

 

 

 

 

https://www.welt.de/kultur/article124064744/Die-deutsche-Sprache-hat-5-3-Millionen-Woerter.html

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