aus dem Kopf gefischt

mein erster Sonnengruß

Zu behaupten, Yoga sei heute ein Trend, wäre eine glatte Untertreibung. Es scheint längst zur „guten Bildung“ zu gehören, dass man sich unter Begriffen wie „der herabschauende Hund“, „Asana“ und „Kuh-Katze“ etwas vorstellen kann – zumindest in gewissen Kreisen.

Und warum auch nicht? Der Mensch ist ja bekanntlich ein Gewohnheitstier. Erst neulich wurde mir wieder gesagt, dass rund 90 Prozent der täglichen Abläufe im Gehirn unbewusst geschehen. Dass diese Tatsache durchaus unser Leben leichter und uns selbst überlebensfähig macht, will ich gar nicht bestreiten. Aber zu viel an Routine, zu viel an Monotonie tut auch nicht gut.

Ich kann nur für mich selbst sprechen. Ich mag es ordentlich und strukturiert. Ich bin (oft zu meinem eigenen Leidwesen) nicht besonders spontan und flexibel. Ich ziehe es vor, wenn ich mich orientieren kann, wenn ich „es unter Kontrolle habe“. Aber das ist nur eine Seite von mir.

Es gibt diese Momente, da überkommt es mich. Da fühle ich mich dann plötzlich eingeengt und starr durch all die Strukturen. Dann würde ich sie am liebsten abschütteln. Ausbrechen aus der Eintönigkeit, aus der Gewohnheit.

Immer mal wieder schaffen es der Abenteuergeist und die Entdeckungslust, die mir in diesen Momenten im Genick sitzen und mir keine ruhige Sekunde mehr lassen, dass ich tatsächlich etwas verändere. Manchmal ist es nur so eine Kleinigkeit wie einen anderen Weg zur Arbeit zu nehmen. Andere Male hingegen will ich wirklich etwas Neues lernen, eine andere Sprache zum Beispiel oder eben Yoga.

Leider lässt mich diese Unruhe, diese innere Aufbruchsstimmung oft nur allzu schnell wieder los. Dann laufe ich Gefahr, wieder einen Schritt rückwärts zu machen und in meine alten Muster zurückzufallen. Auch das muss nicht zwangsweise etwas Negatives sein. Aber manchmal wäre mir doch lieber, mein Abenteuergeist bliebe etwas länger bestehen.

Mein Vorsatz: Ich werde mich auch weiterhin in Geduld (mit mir selbst) üben. Und die Gelegenheit beim Schopf packen, wenn ich hinter der nächsten Ecke darauf stoßen sollte. Fürs Erste fühle ich mich recht gut. Ich bin zufrieden. Gestern habe ich meinen allerersten yogamäßigen Sonnengruß gemeistert. Ein guter Anfang. Der Anfang von etwas Neuem.

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