Herzenssache

Jetzt ist es beschlossene Sache: Ich werde mir einen Hund zulegen.
Und das nicht nur irgendeinen, nein: Ich werde mir einen imaginären Hund zulegen.

Einen imaginären Hund, dessen Hauptbedürfnis darin besteht, zwei- bis dreimal pro Tag eine Runde spazieren zu gehen.
Es ist ja nicht so als würde ich alleine nie aus dem Haus gehen. Aber hin und wieder könnte ein bisschen zusätzliche Motivation echt nicht schaden.

Und das Fantastische an diesem neuen Hund von mir ist: Er kann mich von der Arbeit und auch von überall sonst abholen. Und er findet allein den Weg nach Hause zurück. Was ganz praktisch ist, wenn ich nach so einem Spaziergang nicht nach Hause, sondern z.B. direkt zur Arbeit oder zu einer Freundin gehe. Oder wenn ich eben nicht von zuhause aus zu so einem Spaziergang aufbreche.
Wenn ich an meinen Hund denke, wird er auf einmal neben mir stehen. Einfach so. Aus dem Nichts heraus. Ein magisches Tier. Eines mit geheimen Zauberkräften.

Ich werde mir also diesen Hund zulegen – er wird übrigens weiblich sein – und ich werde ihn „Freiheit“ taufen. Damit ich dann sagen kann „Ich gehe mit (der) Freiheit spazieren“. Oder „Ich investiere jetzt Zeit in (meine) Freiheit“.

Eines Tages wird es nicht mehr genug für mich sein, mit diesem Hund „nur“ spazieren zu gehen. Also werde ich ihn füttern und bürsten und streicheln und mit ihm spielen. Ich werde ihm ein weiches, kuscheliges Bettchen bauen. Ich werde mit ihm Abenteuer erleben und abends neue Pläne für unser gemeinsames Leben schmieden.

Freiheit wird wachsen; sie wird größer werden und stärker. Vor allem aber wird sie mir immer mehr ans Herz wachsen. Sie wird ein immer bedeutenderer und konstanterer Teil meines Lebens werden. Sie wird immer öfter an meiner Seite sein. Bis ich dann irgendwann gar nicht mehr ohne sie sein will.

Ich werde diesen Hund so lieben wie mein eigenes Leben. Vielleicht auch mehr.

Ich werde „gesünder leben“. Weil ich mich dann ja mehr bewege, und das auch noch an der frischen Luft. Ich werde mir selbst mehr Zeit schenken. Ich werde in gute Dinge investieren.

Und vor allem werde ich dann endlich eines haben: Freiheit.

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